Audio Research Reference 6 im Test bei HifiTest

Ich wage zu behaupten, dass gerade bei dieser Kombi das Ganze größer ist als die Summer ihrer Teile, die beiden Amerikanerinnen treffen meinen klanglichen Nerv nämlich auf den Punkt. Nein, sie sind nicht die neutralsten Verstärker überhaupt, aber ganz eindeutig die emotionalsten. Jeder Ton, jeder Anschlag, jeder Ausschwingvorgang ist ein bisschen ungezügelter, bunter und energischer als bei so ziemlich allem, was mir so in den Sinn kommt. Damit lässt sich sogar einem bis zur Unspielbarkeit überstrapazierten Album wie Patrica Barbers „Companion“ Positives abgewinnen. „And the Beat Goes On“ treibt mich eigentlich sicher aus jedem Hörraum aber das hier, das hat was: Die Nummer swingt einfach erheblich besser als sonst. Die Orgel steht frei im Raum, jeder Ton haut einem nur so um die Ohren, sogar die sonst so fade Bassbegleitung federt mit nie dagewesener Leichtigkeit und Differenzierung. Ich staune. Frau Barbers Stimme setzt dem Ganzen die Krone auf: unangestrengt, rhythmisch bestens eingebunden – läuft. Das exakte Gegenteil dazu dürfte das 2012er-Album „Dopesmoker“ der amerikanischen Band „Sleep“ sein, so etwas wie der heilige Gral des Stoner Rocks. Die ultratiefen Riffs bohren sich mit ungeheurer Energie in Gehörgang und Magen, wo‘s andernorts einfach nur öde und monoton klingt. Große Klasse. So, ganz genau so hört sich für mich Spaß beim Musikhören an. Diese beiden auseinanderreißen? Niemals. Audio Research versteht es bravourös, seinen Verstärkern Klangfarbe, Dynamik und Spaß pur anzuerziehen: Das geht wie die sprichwörtliche Hölle.

HifiTest

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Testbericht HifiTest