Meridian DSP5200.2 und MC200 im Test bei stereoplay

Meridian DSP5200

Im Hörraum wirkte die DSP5200.2 durch ihre geringe Höhe recht unauffällig – aber nicht klanglich! Was sie bei Strawinskys „Sacre du printemps“ (RCO) an Energie entfesselte, war schlicht unglaublich. Gerade die großzügig eingesetzten Pauken und XL-Trommeln donnerten und wirbelten überlebensgroß, als kenne der Tiefbass kein Limit nach unten. Dabei behielt die Meridian im Klangfarbengewirr wie im Timing den Überblick und sorgte für exzellente Impulse auch, aber nicht nur im Bass, während sich Dynamik und Drive dieses Skandalstücks in neue Dimensionen wirbelten. Wem der Bass in der Grundeinstellung etwas mächtig ist, findet über das Fernbedienungsmenü eine sehr sinnvolle Raumkorrektur – im stereoplay-Raum war es mit „-1“ ideal abgestimmt, und schon konnte Johnny Cash mit seiner rauhen Version von Depeche Modes „Personal Jesus“ loslegen. Gänsehautfeeling stellt sich ein – über die DSP klang die Scheibe, als sitze der Country-Übermensch direkt vorm Hörer im Studio, live, ungefiltert und mit völlig ansatzloser Live-Dynamik. Dieselbe Energie mobilisierte die Meridian auch bei Marla Glens „Cost of Freedom“: Ehrlich wie ein Studiomonitor, übertünchte sie kein Detail, sondern legte die Musik urwüchsig mit höchster Präzision offen. Eine Digitalkette, wie sie im Buche steht.

Malte Ruhnke,
stereoplay

Lesen Sie den vollständigen Testbericht hier:
Testbericht stereoplay 01/2016